Stefan
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Praxis für Psychotherapie | |||||||||||||
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Was versteht man unter Klinischer Neuropsychologie?Gegenstand der klinischen Neuropsychologie sind Verhaltensauffälligkeiten in Verbindung mit Funktionsstörungen des zentralen Nervensystems. Neuropsychologische Theorien beschäftigen sich mit Prozessen der Wahrnehmung, der Motorik, der Aufmerksamkeit, des Gedächtnis und höherer kognitiver Funktionen. Bei 80 % aller neuropsychologischen Patienten kommen Aufmerksamkeitsstörungen oder -beeinträchtigungen vor. Nach einem Modell von Posner und Boies können folgende Komponenten von Aufmerksamkeit unterschieden werden: VerarbeitungskapazitätDie Begrenzung der Verarbeitungskapazität beinhaltet vor allem bei bewusster Aufmerksamkeitszuwendung als wesentliche Komponenten:
Während die Informationsverarbeitungsgeschwindigkeit als Basisvariable vieler kognitiver Prozesse eine Rolle zu spielen scheint und mit unterschiedlich komplexen Reiz-Reaktions-Verfahren untersucht werden kann, sind Paradigmen zur Untersuchung geteilter bzw. paralleler Verarbeitungsprozesse bereits dadurch komplexer, dass mehrere Aufgaben gleichzeitig ausgeführt werden müssen. Hinsichtlich derartiger Verarbeitungsprozesse können darüber hinaus verschiedene Intensitäten bzw. Tiefen der Verarbeitung differenziert werden. Im Gegensatz zur kontrollierten Verarbeitung, die mit einem hohen Maß an Verarbeitungskapazität und einer geringen Verarbeitungsgeschwindigkeit verbunden ist, erfolgen viele Verarbeitungsprozesse automatisiert. Als "Faustregel" dabei kann festgehalten werden, dass eine parallele Verarbeitung von Informationen um so leichter erfolgen kann, je mehr zumindest eine der Komponenten automatisiert abläuft. Nach Shiffrin und Schneider können in diesem Zusammenhang 2 Typen von Aufmerksamkeitsstörungen unterschieden werden: Kommt es zu einem Konflikt zwischen einer automatisierten Reaktionstendenz und einer gerade erforderlichen kontrollierten Reaktion, so spricht man von einer Störung der fokussierten Aufmerksamkeit, bei einer reduzierten Geschwindigkeit der Verarbeitung zweier parallel ablaufender kontrollierter Prozesse kann eine Störung der geteilten Aufmerksamkeit vorliegen. Selektivität der Informationsverarbeitung:Selektivität grenzt Aufmerksamkeitskonzepte von anderen allgemeinpsychologischen Verarbeitungsmodelle des Gedächtnisses, der Wahrnehmung oder der Motorik ab. (Kontrollierte) Aufmerksamkeitsprozesse werden in ihrer Effizienz besonders durch die Fähigkeit zur Konzentration auf Wesentliches und zur Vernachlässigung irrelevanter Informationen bestimmt. Alertness:Nach Posner und Boies können als wesentliche Funktionen von Aktivation und Wachheit die tonische Aufmerksamkeit als Fähigkeit zur Aufrechterhaltung bestimmter (meist kontrollierter) Aufmerksamkeitsleistungen über einen längeren Zeitraum aufrechtzuerhalten und die phasische Aufmerksamkeit als Fähigkeit zur kurzfristigen Vorbereitung auf eine möglichst gute Verarbeitung eines neuen Reizes unterschieden werden. Der umgangssprachlich viel gebrauchte Begriff der Konzentrationsfähigkeit wird dagegen als Fähigkeit betrachtet, die sich aus toxischen und physischen Aufmerksamkeitskomponenten zusammensetzt bzw. diese voraussetzt und bei der Aspekte selektiver Informationsverarbeitung in besonderem Maße von Bedeutung sind. Untersuchungen der Konzentrationsfähigkeit erfordern in der Regel schnelles und richtiges Arbeiten an hoch geübtem Material; gebräuchliche Konzentrationstests bestehen zumeist aus Durchstreich-, Rechen- oder Sortieraufgaben. Lernen und Gedächtnis als BasiskompetenzDie Fähigkeit des Lernens, die davon abhängt, dass der Mensch sich etwas merken kann, d.h. dass er über ein Gedächtnis verfügt, ist ebenfalls bei neuropsychologischen Patienten oftmals gestört. Einige Gedächtnismodelle unterschieden Mechanismen für das unmittelbare "Behalten" von Informationen (im "Arbeitsspeicher" / "Kurzzeitgedächtnis") von Mechanismen für das längerfristige Behalten von Informationen (im "Langzeitspeicher" / "Langzeitgedächtnis"). Andere (sequentielle) Modelle differenzieren einzelne Schritte der Informationsverarbeitung, indem sie die Prozesse der Informationsaufnahme, der "Encodierung", des Speichern, des Abrufs und der Reproduktion genauer betrachten. Zusätzlich kann das "prozedurale Gedächtnis" als "das Wissen über etwas bestimmtes" von dem "deklarativen Gedächtnis" als "das Wissen, das man etwas weiß" unterschieden werden. Das "episodische Gedächtnis" bezeichnet das Wissen über Vorfälle in der Vergangenheit mit zeitlichem und räumlichem Charakter, womit die Erinnerung an bestimmte, das eigene Leben betreffende Episoden gemeint ist. Weiter: Wichtige Störungsbilder der klinischen Neuropsychologie |