Mobbing

Was ist Mobbing?

 

Mit dem Thema Mobbing bin ich zum ersten Mal Anfang der neunziger Jahre in Berührung gekommen, als ein Lehrer, der von seinen Schülern extrem rücksichtslos und gering schätzend behandelt wurde, sich mit meiner Praxis in Verbindung setzte. Sehr schnell wurde mir deutlich, wie viele Lehrer solchen krank machenden Bedingungen ausgesetzt sind. Diese beunruhigende Feststellung hat mich dazu bewogen, mich intensiv in das Thema Lehrermobbing einzuarbeiten und weiter zu bilden. Während dieser Jahre bin ich zum Ergebnis gekommen, dass es oft gerade empfindsame Menschen mit einem ausgeprägten Bedürfnis nach funktionierenden sozialen Beziehungen sind, die zum Opfer aggressiver Rücksichtslosigkeit werden.

Entwickelt sich eine krankheitswertige Symptomatik, sind Mobbingopfer in einem bedeutenden Ausmaß auf kompetente Hilfe angewiesen. Um dies leisten zu können, muss ich zunächst die individuelle Belastungsgeschichte des Mobbingopfers kennenlernen. Es ist wichtig, ein Gefühl der Stärke zu vermitteln, Bewältigungsstrategien zu zeigen und Kontrollmöglichkeiten über das Belastungserleben offen zu legen. Dabei geht es mir immer darum individuelle Behandlungskonzepte zu entwickeln, die auf die Persönlichkeit und die besondere Belastungssituation des Betroffenen zugeschnitten sind. Einige Menschen müssen vielleicht die Fähigkeit zurückgewinnen, wieder mit Zuversicht in die Zukunft blicken zu können. Andere müssen erkennen, wie man situative Bedingungen kontrollieren kann. Sie müssen lernen, wie man lösungsorientiert denken, sich angemessen zur Wehr setzen und sich selbst kompetent wahrnehmen kann.

Wissenschaftliche Studien zeigen, dass verhaltenstherapeutische Behandlungsansätze die effizientesten Methoden darstellen, um diese Therapieziele zu erreichen.

Der Begriff "Mobbing" wurde von dem schwedischen Psychologen und Arzt Prof. H. Leymann geprägt und öffentlich diskutiert. Leymann definiert soziale Beziehungen als von "Mobbing" gekennzeichnet, wenn eine oder mehrere der nachfolgend genannten 45 Handlungen über ein halbes Jahr oder länger und mindestens einmal pro Woche vorkommen:

Angriffe auf die Möglichkeit, sich mitzuteilen:

·         Der/die Vorgesetzte schränkt die Möglichkeit ein, sich zu äußern

·         Man wird ständig unterbrochen

·         Kolleginnen und Kollegen schränken die Möglichkeiten ein, sich zu äußern

·         Anschreien oder lautes Schimpfen

·         Die Arbeitsleistung wird ständig kritisiert

·         Das Privatleben wird ständig kritisiert

·         Telefonterror

·         Mündliche Drohungen

·         Schriftliche Drohungen

·         Kontaktverweigerung durch abwertende Blicke oder Gesten

·         Kontaktverweigerung durch Andeutungen, ohne dass man etwas direkt ausspricht

Angriffe auf soziale Beziehungen:

·         Man spricht nicht mehr mit dem/der Betroffenen

·         Die Kollegen und Kolleginnen lassen sich nicht ansprechen

·         Versetzung in einen Raum weitab von den Kolleginnen und Kollegen

·         Arbeitskolleginnen und -kollegen wird verboten, den/die Betroffene/n anzusprechen

·         Man wird wie Luft behandelt

Angriffe auf das soziale Ansehen:

·         Es wird schlecht über die Betroffenen gesprochen

·         Gerüchte werden verbreitet

·         Die Gemobbten werden lächerlich gemacht

·         Man verdächtigt jemanden, psychisch krank zu sein

·         Man will jemanden zu einer psychiatrischen Untersuchung zwingen

·         über eine Behinderung wird gespottet

·         Gang, Stimme oder Gesten werden imitiert, um jemanden lächerlich zu machen

·         Die politische oder religiöse Einstellung wird angegriffen

·         Man macht sich über das Privatleben lustig

·         Man macht sich über die Nationalität lustig

·         Die Betroffenen werden gezwungen, Arbeiten auszuführen, die das Selbstbewußtsein verletzen

·         Der Arbeitseinsatz wird in falscher und kränkender Weise beurteilt

·         Entscheidungen werden in Frage gestellt

·         Man ruft ihm/ihr obszöne Schimpfworte oder andere entwürdigende Ausdrücke nach

·         Sexuelle Annäherungen oder verbale sexuelle Angebote

Angriffe auf die Qualität der Berufs- und Lebenssituation:

·         Es werden keine Arbeitsaufgaben zugewiesen

·         Man nimmt ihm/ihr jede Beschäftigung am Arbeitsplatz

·         Sinnlose Arbeitsaufgaben werden erteilt

·         Man gibt ihm/ihr Aufgaben weit unter dem eigentlichen Können

·         Es werden ständig neue Aufgaben zugewiesen

·         Man gibt ihr/ihm "kränkende" Arbeitsaufgaben

·         Man gibt ihr/ihm Arbeitsaufgaben, die überfordern, um den Betroffenen/die Betroffene bloßzustellen.

Angriffe auf die Gesundheit:

·         Zwang zu gesundheitsschädlichen Arbeiten

·         Androhung körperlicher Gewalt

·         Anwendung leichter Gewalt, um jemandem einen Denkzettel zu verpassen

·         Körperliche Misshandlung

·         Man verursacht Kosten, um den Betroffenen zu schaden

·         Es wird zu Hause oder am Arbeitsplatz materieller Schaden angerichtet

·         Sexuelle Handgreiflichkeiten

Nach Angaben des Deutschen Gewerkschaftsbundes und nach einer neuen Studie des Landesinstituts für Sozialforschung von NRW (2002) erleben in der Bundesrepublik etwa 5 % der rund 35 Millionen Beschäftigten Mobbing am Arbeitsplatz. Das sind fast 2 Millionen Menschen in Deutschland! Etwa 60 % der Arbeitnehmer, die von sich aus die Kündigung einreichten, geben als Ursache Spannungen am Arbeitsplatz an. Bei einer Befragung sagten 27 % der Beschäftigten, dass ihre Effektivität am Arbeitsplatz durch Mobbing beeinträchtigt wird. Zunehmend sind auch Führungskräfte betroffen, sie stellen ca. 16 % der Mobbingopfer.

Psychotherapeutisches Behandlungsangebot:

Als Psychologischer Psychotherapeut habe ich mich unter anderem auf Mobbingberatung und -behandlung spezialisiert. Bei der psychotherapeutischen Behandlung von Erkrankungen, die im Zusammenhang mit Mobbing aufgetreten sind, werden die Kosten von den Krankenkassen übernommen. Ich bin sowohl beihilfeberechtigt als auch zugelassen für die gesetzlichen und privaten Krankenversicherungen.

Rechtlicher Hintergrund:

Um ihre rechtlichen Interessen zu schätzen, hilft Ihnen ein Rechtsanwalt, der auf diesem Gebiet besondere Erfahrungen und fachliche Kenntnisse vorweisen kann. Auch wenn das deutsche Rechtssystem keine speziellen Hinweise zur Strafbarkeit von Mobbing enthält, oder einen Verweis darauf, daß die Betroffenen zivilrechtliche Schritte in die Wege leiten können, hat doch jeder Mensch im Grundgesetz verankerte Rechte, die ebenfalls als Schutz vor Mobbing Geltung finden können.

Wegen Beleidigung, Verleumdung, übler Nachrede oder gar Körperverletzung können deshalb durchaus strafrechtliche Schritte eingeleitet werden. Vor Arbeits-, Amts- oder vor Verwaltungsgerichten kann auf Unterlassung geklagt werden.

Im Öffentlichen Dienst sind etwa Dienstaufsichtbeschwerden zu erwägen. Das am 1. 8. 2002 in Kraft getretene "Zweite Gesetz zu Änderung schadensrechtlicher Vorschriften" eröffnet einem Beschäftigten die Möglichkeit, von seinem Arbeitgeber Schmerzensgeld einzuklagen, sofern dieser keine ausreichenden Maßnahmen ergriffen hat, die seine Mitarbeiter vor derartigen Übergriffen schützen. Absehen vom Anspruch auf Schmerzensgeld steht Mobbingopfern ferner ebenfalls ein Anspruch auf Schadenersatz zu.

Sehr empfehlenswerte, weiterführende Informationen erhalten Sie - unter www.arbeitsschutzgesetz.org - beim Berufsverband der Rechtsjournalisten, Greifswalderstr. 208, 10405 Berlin, Telefon: 030 / 30806414. 

 


Download das "Zweite Gesetz zu Änderung schadensrechtlicher Vorschriften"

Sollte Sie das "Zweite Gesetz zu Änderung schadensrechtlicher Vorschriften" näher interessieren, so klicken Sie bitte <<hier>>, um das Gesetzesblatt als PDF-Datei herunterzuladen.


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Meine Praxis

Stefan Marmann

Diplom-Psychologe
Psychologischer Psychotherapeut
Privat und alle Kassen

Meine Anschrift

Breidenplatz 3-5
40627 Düsseldorf
Telefon: 0211 - 20 41 11
Email: praxis@stefan-marmann.de


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